Studentenwohnhaus Stöckacker

Untermattweg 42 – 3027 Bern

Lage:

Das Grundstück befindet sich am südlichen Rand des Untermattquartiers in Bümpliz-Bethlehem, nur wenige Schritte von der S-Bahnstation «Stöckacker» entfernt. Das Quartier ist geprägt durch Wohnbauten aus der Nachkriegszeit und eingestreuten Gewerbearealen. Das realisierte Projekt ging aus einem Studienauftrag hervor, den die Gebrüder Kobel, zwei pensionierte Baumeister, nach dem Abbrand einer Altliegenschaft auf ihrem Baugeschäft-Werkhofareal durchgeführt hatten. Gemeinsam mit der StudentInnenschaft der Uni Bern haben sie die Idee der «Studentenresidenz» entwickelt.

Aufgabe:

Das Projekt bietet studentisches Wohnen mit Serviceleistungen für rund 50 Studierende, mehrheitlich in Wohngemeinschaften organisiert. Je nach Kombination der Einzelzimmer als Grundmodul mit rund 16 m2 Nutzfläche konnten verschieden grosse Wohngemeinschaften gebildet werden.

Der Grundriss ist einfach und klar in Schichten aufgebaut. Die Erschliessung erfolgt über den bahnseitig angeordneten Laubengang. Dieser ist so dimensioniert, dass er mit seiner Südausrichtung als Aussenraum der Wohnungen und als beliebte Kommunikationszone dient.

Die Wohnungseingänge ab dem Laubengang führen in die gemeinsamen Wohn- und Essräume. Die Sanitärräume liegen konsequent in der Mittelzone. Alle Zimmer sind auf der vom Bahnlärm abgewandten ruhigen Rückseite aufgereiht.

Bauweise: einfach und dauerhaft

Für das dreigeschossige Gebäude mit Attikaaufbau und einem Untergeschoss wurde ganz im Sinne der Bauherrschaft eine konventionelle Massivbauweise gewählt. Die Tragstruktur basiert auf einem Gebäuderaster von 3.30m. UG-Umfassungswände, Treppenhaus mit Liftkern, Geschossdecken und zur Erdbebensicherheit wirksame Wandscheiben wurden in armiertem Ortbeton ausgeführt. Die übrigen tragenden Wände sind als Backsteinmauerwerk erstellt. Die standardisierten Nasszellen wurden im Werk vorgefertigt und im Rohbau versetzt.

Die vorgefundenen Baugrundverhältnisse (ehemalige Kiesgrube, in den 50er Jahren aufgefüllt mit Bauschutt und Abbruchmaterial) führten zur Konstruktion eines «schwimmenden UG-Kastens» ohne Pfahlfundationen. Das UG ist höhenmässig so angelegt, dass seine Oberkante baurechtlich maximal über die Terrainlinie ragt und sich dank seiner optimierten Geschosshöhe ein minimales Aushubvolumen ergibt, was den Umfang der Materialtransporte wesentlich reduziert hat.

Die Materialisierung der Innenräume sieht weitgehend «unveredelte» Oberflächen vor : das Mauerwerk ist einschichtig verputzt, abgesackt und mit Mineralfarbe gestrichen, Betondecken bleiben unbehandelt roh, die Anhydritmörtel-Unterlagsböden sind oberflächig geschliffen und mit pigmentiertem Steinöl behandelt. Die Individualräume wurden besonders ausgezeichnet, indem sie einen Bodenbelag aus geöltem Eichenparkett erhielten.

Energie- und Gebäudetechnik:

Das nach dem Minergie-Standard zertifizierte Gebäude wird über ein zentrales Lüftungsgerät mit minimaler Luftkonditionierung gelüftet. Die Warmwasserproduktion erfolgt zu einem grossen Teil über die Solarthermie-Anlage auf dem Flachdach und über die WRG der Lüftungsanlage. Die Wärmeerzeugung für die Raumbeheizung nimmt eine Pelletheizung mit erdverlegtem Pelletsilo wahr. Die Installationen sind mit Ausnahme der Elektroleitungen nicht im Beton eingelegt, sondern offen in Trassen und zugänglichen Steigzonen geführt.

Auftraggeber

Gebrüder Martin & Wilhelm Kobel, 3027 Bern

Technische Details

Gebäudevolumen SIA 416: 7'865 Kubikmeter Geschossfläche total GF: 2'621 Quadratmeter Hauptnutzfläche HNF: 1'670 Quadratmeter Anlagekosten BKP 1-9: CHF 7'620'000 Gebäudekosten BKP 2: CHF 6'749'000 Gebäudekosten BKP 2 /m3 GV SIA 416: CHF 858 Gebäudekosten BKP 2 /m2 GF SIA 416: CHF 2575

Realisierung

2013–2014

Weitere Informationen

Minergie Standard